AKTUELL
LIEDERABEND ZUM THEMA "SCHÖNHEIT"
E. Vassilieva (Sopran), H. Lampson (Bariton)
Werke von Vivaldi, Mozart, Haydn, Grétry, Schumann, Berlioz, Debussy, Strauss, Kuula, Ruland, Raskatov
Konzert Nr 2 im Rahmen des Gesangsmeisterkurses mit E. Vassilieva
Kursteilnehmer, H. Lampson, E. Vassilieva
"Russische Barockmusik"
A. Brussilovsky (Violine), Z. Meniker (Cembalo)
Werke von Luigi Madonis (Dt. Erstaufführung)
Abschlusskonzert des Meisterkurses von A. Brussilovsky
Kursteilnehmer, A. Brussilovsky (Vi.)
Bach - Schubert - Schnittke
O. Dowbusch-Lubotsky (Violoncello), D. Vinnik (Klavier)
News
Konzert
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Valentin Silvestrov zum 75. Geburtstag
Ensemble "RICOCHET"
Michail Bilych, Violine
Zoltan Almachi, Violoncello
Dmitri Tavanets, Fortepiano
Leitung: Sergei Pilyutikov
Programm
Drama für Violine, Violoncello und Klavier (1971)
1. Sonate für Violine und Klavier
2. Sonate für Violoncello und Klavier
3. Trio für Violine, Violoncello und Klavier
«Mozart-Augenblicke» Trio für Violine, Violoncello und Klavier in 6 Sätzen attacca (2006)
"Hommage à J.S.B. (quasi echo)" für Violine und Klavier (2009)
«28. Juni 1750 … im Gedenken an J.S.B» für Violoncello solo (2004)
«5 Serenaden» für Klavier solo (2006)
«Musik in der Winternacht» für Violine, Klavier und Syntesither in 2 Sätzen (2011)
"Ich schreibe keine neue Musik. Meine Musik ist zugleich Antwort und Echo auf das was schon existiert." (VS)
Valentin Silvestrov über sein Werk “Drama”
„Eigentlich ist dies ein Trio für Violine, Violoncello und Klavier. Es gibt hier drei Sätze, die attacca ineinander übergehen. Eine Violinsonate geht über in eine Cellosonate und danach folgt das Trio. Diese Übergänge gehören zur Komposition, weil es hier Elemente des Instrumentaltheaters gibt. Zuerst erklingt eine Violinsonate, wenn sie endet, geht die Musik in Geräusche und Gesten über, ein Streichholz wird angezündet und ausgepustet, es entsteht eine gewisse Verwirrung; in diesem Moment tritt die Cellistin auf, man hört die Schritte, aber diese Störungen gehören zur Musik. Am Ende der Cellosonate kommt auf ein bestimmtes Signal hin die Geigerin hereingelaufen und spielt mit der Bogenspitze im Innern des Flügels, danach beginnt das Trio.
Der Titel „Drama“ hat mehrere Bedeutungen. Einen direkten, denn hier gibt es eine Ursprungsdramatik, eine menschliche, situationsgebundene, in der wir damals lebten... Außerdem ist es das Drama der Musik selbst: Die Musik durchlebt verschiedene Begegnungen, Dialoge, Konfrontationen... Das modale musikalische Material hat eine themenähnliche Gestalt, dort aber, wo das Sonore und Geräuschhafte überwiegt, wird die Idee als Gestus geprägt.
Was lässt sich über diesen Stil sagen? In diesen Jahren durchlebten überall in der Welt die Komponisten, die avantgardistische Musik schrieben, irgendeine fundamentale Krise. Die Möglichkeiten der früheren „Sterilität“ waren ausgeschöpft... Das weltumspannende Kloster hatte einen Riss bekommen... Ich wollte damals alle musikalischen Systeme – das modale, tonale, atonale und dodekaphonische System – zu einer Einheit bringen. Das heißt, ich bin von Klangsystemen ausgegangen, nicht von Stilen. Das Klangsystem ist dem Stil übergeordnet. Um diese Einheit zu ermöglichen, ist es nötig, dass bereits im Anfangsimpuls der Idee, wie in einem Augenblick, alle Systeme potenziell, jedoch unmerklich vorhanden sind.
Valentin Silvestrov wurde am 30. September 1937 in Kiev geboren. Seine Grundausbildung erhielt er an der Kiever Abendschule für Musik.1958-64 studierte er am Konservatorium seiner Heimatstadt Komposition bei Prof. Boris Ljatoschinsky, Klavier und Theorie und unterrichtete anschließend viele Jahre an verschiedenen Kiever Musikschulen. Heute lebt er als freischaffender Komponist in Kiev.
Seine Werke haben inzwischen einen festen Platz bei internationalen Festivals der neuen Musik; ein Teil seiner Kompositionen ist bei den großen westlichen Verlagen im Druck erschienen.
Valentin Silvestrov gilt als einer der führenden Vertreter der 'Kiever Avantgarde', die um 1960 an die Öffentlichkeit trat und von den Verfechtern der konservativen sowjetischen Musikästhetik heftig kritisiert wurde. Silvestrov hat seine Eigenständigkeit bewahrt; er vollzog um 1970 eine stilistische Wende, verzichtete auf die konventionellen Kompositionstechniken der Avantgarde und fand zu einem der westlichen "Postmoderne" vergleichbaren Stil, den er als "Meta-Musik" (metaphorische Musik) charakterisiert.
Das Ensemble für Neue Musik „Ricochet“ wurde 1999 als ein Ensemble des Ukrainischen Komponistenverbandes in Kiew gegründet. Sein Gründer und künstlerischer Direktor ist der Komponist Sergey Pilyutikov. Die Ensemblemitglieder waren seinerzeit Studenten und ehemalige Studenten des Kiewer Konservatoriums und die Dirigentin ist Viktoria Ratsiuk. Es besteht in Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier und kann bei Bedarf um andere Instrumente erweitert werden.
Ziel des Ensembles „Ricochet“ ist die Vermittlung der außerordentlichen Musikformen des 20. Und 21. Jahrhunderts und die Inspiration schöpferischer Aktivitäten moderner Komponisten. Seine Musiker sind offen für alle Stilrichtungen. Es hat zahlreiche Uraufführungen Ukrainischer und ausländischer Komponisten gespielt. Das Ensemble tritt regelmäßig auf allen größeren Ukrainischen Festivals für Neue Musik auf: “Kiewmusikfest”, “Kiewer Musikalische Premieren der Jahreszeiten”, “Jugend Musik Forum”, “Zwei Tage und zwei Nächte”, “Kontraste”. Es kooperiert regelmäßig mit dem Gaudeamus Zentrum für Zeitgenössische Musik in Holland, mit Donemus Publisher in Holland, Pro Helvetia Schweiz u.a. und spielte die Musik zu dem Media-Projekt des Künstlers I. Galan “Orchestra – New Reality” ein. Außerdem spielte es auf den Festivals Tage der Neuen Musik in Moldavien (2001) und „Ohrid Sommer“ in Mazedonien (2002).
Konzert in Kooperation mit der Belaieff-Stiftung